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Ein Fall, aus dem man lernen muss....

Veröffentlicht am 16.10.2025, 16:28 Uhr

Der Fall von Rudolf R. ist ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig es ist, dass Ermittlungsbehörden und Gerichte sich bei ihrer Arbeit an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren.
Leider erhält die Polizei in Deutschland „regelmäßig Aus- und Fortbildungsangebote zu Methoden der Lügenerkennung und zu Vernehmungstaktiken für Beschuldigte, die teilweise unseriös sind“, weshalb dieses „Positionspapier aus Psychologie und Polizei“ im Januar 2022 veröffentlicht wurde:
„Notwendigkeit einer kritischen Prüfung von Methoden zur Lügenerkennung und Vernehmungstaktiken zur Informationsgewinnung von Beschuldigten“: https://www.springermedizin.de/.../notwendigkeit.../20067386
Zitat:
„Während die Untauglichkeit solcher Ansätze und Methoden in der Forschungsgemeinschaft allgemein akzeptiert und nicht mehr diskutiert wird, finden solche Indikatoren in der internationalen Ermittlungspraxis und den Medien jedoch noch immer Anwendung und Zuspruch (Vrij et al. 2019). Beispielsweise ist auch in deutschen Veröffentlichungen zu lesen, dass Täuschungen anhand von Blickkontakt bzw. Blinzelfrequenz, Mikroexpressionen, Angst oder der Fußstellung festzustellen seien (z. B. Grieger-Langer o. J.; Hofmann 2019; Nasher 2015; Schiwon 2016).“
Da unseriöse Ermittlungsmethoden ein sehr interessantes und auch wichtiges Thema sind, habe ich hier ein Info-Paket zusammengestellt:
Warum es keine gute Idee ist, mithilfe von Hypnose ein vermeintlich verdrängtes Bild des Gesichts eines Täters „hervorholen“ und auf dieser Grundlage ein Phantombild erstellen zu wollen, und warum man Lügen weder durch sogenannte „Lügendetektoren“ noch durch Körpersprache oder „Mikromimik“ (auch „Mikroexpression“ genannt) erkennen kann, diskutierten wir in unserer Sendung zum Thema:
- „Wissenschaft trifft Freundschaft“-Talk:
„Hypnose, Lügendetektoren & Co - Unseriöse Ermittlungsmethoden unter der Lupe“
Wie es zu falschen Geständnissen kommen kann und welche Vernehmungsmethoden die Wahrscheinlichkeit für diese deutlich erhöhen, erkläre ich am Fall des nachweislich unschuldig verurteilten Günther Kaufmann:
- „Mord-Geständnis trotz Unschuld | Der Fall Günther Kaufmann“
- „Günther Kaufmann - Das falsche Geständnis“
-- „Melody of Crime“-Podcast: https://www.ardaudiothek.de/.../urn:ard:episode.../
Welcher deutsche Justizskandal dazu führte, dass der Bundesgerichtshof 1999 Mindestanforderungen an Glaubhaftigkeitsgutachten festlegte, erfahrt ihr hier:
- „Der Missbrauch, der keiner war | Der Fall Wormser Prozesse“
- „Wormser Prozesse: Freispruch für 25 Angeklagte | Der Fall“
Was im schlimmsten Fall eine Mischung aus unseriösen Ermittlungsmethoden und unethischem Journalismus bewirken kann, erkläre ich hier:
- „Mord in der WG | Der Fall Amanda Knox“
- „Trotz Unschuld verurteilt | Der Fall Amanda Knox“
Dass die aufgearbeiteten Fehler der Vergangenheit leider noch nicht ausreichend Fehler in der Gegenwart verhindern, illustriert dieser Fall:
- „Der erfundene Missbrauch | Der Fall Josephine R.“
- „Der Fall Josephine R.: Ein spektakulärer Justizskandal – Shortcut"

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